Kategorie-Archiv: Begleitung

Hilfsgesuch: Projekt “Begleitung” sucht Unterstützung

Hilfsgesuch von Uschi Bames zur Gründung der Projektgruppe “Begleitung”:

Ich heiße Uschi Bames, bin seit 26 Jahren ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit tätig, zur Zeit arbeite ich im Neckarpark in Cannstatt.
Ich würde gerne eine Arbeitsgruppe von verschiedenen Freundeskreisen im Großraum Stuttgart gründen, die sich mit Abschiebungen beschäftigt.

Dabei denke ich an 3 Schwerpunkte:

  • Beratung von Flüchtlingen, wenn ihr Antrag abgelehnt ist ( Hilfe um Amtsbriefe zu verstehen und Fristen einzuhalten, Hilfe bei der Suche nach einem Anwalt, eventuell Aufbau eines Rechtshilfefonds)
  • Begleitung bei der Abschiebung. Dazu gehört, dass man versucht, den Abschiebetermin zu erfahren und bei der Polizeiaktion anwesend ist.
  • Sehr wichtig ist mir die politische Dimension des Problems. Hierzu gehört vor allem die Frage der sogenannten sicheren Herkunftsländern.

Besonders am Herzen liegt mir das Problem der Roma und Sinti. Genau wie Juden wurden sie von den Nazis verfolgt, in Auschwitz vergast und in Serbien Opfer von Massener-schießungen der SS. Ich denke, Deutschland hat hier etwas wieder gut zu machen und möchte deshalb die Forderung nach einem Bleiberecht für Roma und Sinti in den Mittelpunkt der politischen Aktivitäten stellen.

Außer Diskussionen zur Meinungsbildung könnten verschiedenste politische Aktionen wie Infoabende, Pressemitteilungen, Demos usw. diskutiert und geplant werden. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Jetzt soll es mit der Arbeitsgruppe losgehen!!  Für eine konstituierende Sitzung schlage ich 2 Termine als Alternativen vor:

  • Donnerstag, 15.09.2016
  • Dienstag, 27.09.2016

19.00 Uhr im Gemeindezentrum der Liebfrauen-Kirche in Bad Cannstatt, Wildunger-Str. 55.

(Haltestellen von U1 und U13 gleich um die Ecke)

Bitte, tragen Sie auf der Doodle- Liste ein, welcher Termin Ihnen passt.

Integration – nur ein Lippenbekenntnis der Politik? Update 23.06.

AKTUELLE GESCHEHNISSE ZUR “ABSCHIEBEPRAXIS”:

► 23.06.2016: Arol ist inzwischen in Madrid angekommen und steht mit seinem Paten, Volker Brümmer in Kontakt. Dieser hat ihn bereits in Spanien besucht, um Arol zu unterstützen. Arol geht es soweit gut.
Wir suchen einen Juristen, der bereit ist, uns im Fall Arol zu unterstützen. Bitte melden Sie sich unter freundeskreisneckarpark@outlook.de !

► SWR Landesschau-Beitrag vom 13.06.2016:
160613_landesschau_swr

►Donnerstag 09.06.2016:
• Statement von Volker Brümmer:

Hallo alle zusammen,

binnen einer Woche wurde die Unterkunft Neckarpark zweimal Opfer willkürlicher Verhaftungen auf der Ausländerbehörde.
Ich habe heute Nachmittag nach meinem Besuch von Arol N.-N. im Abschiebegefängnis in Pforzheim davon erfahren. Helles Entsetzen und Angst sowie totales Unverständnis für diese Maßnahmen bei den Mitarbeitern im Neckarpark, den Bewohnern und den anwesenden Freundeskreismitgliedern.
Flüchtlinge, die nur eine Duldung haben müssen jetzt damit rechnen, bei ihrem nächsten Besuch bei der Ausländerbehörde dort verhaftet zu werden und in das Abschiebegefängnis nach Pforzheim überstellt zu werden.
Wie positionieren sich jetzt dazu ak-asyl, pro-Asyl und der Flüchtlingsrat? Schöne Grüße – Volker Brümmer

• Artikel in der Cannstatter Zeitung: Linke kritisieren “Abschiebepraxis”

  • Einige weitere Zitate aus der Gemeinderatssitzung von Donnerstag:► Martin Körner (SPD) sagte: „Hat sich die Ausländerbehörde ethisch korrekt verhalten? Diese Frage konnte geklärt werden. Weil die Ausländerbehörde rechtlich dazu verpflichtet ist, weil sie rechtlich keine andere Möglichkeit hatte und weil wir uns in einem Rechtsstaat befinden.“► Alexander Kotz (CDU): “Wir unterstützen das nicht. (zur Erläuterung: Alexander Kotz meint die von Hannes Rockenbauch SÖS/Linke/plus losgetretene Diskussion über die Abschiebepraxis) und ergänzte: BM Schairer sagte: Das Verfahren ist rechtens, der betroffene wird nicht in irgendein Land abgeschoben, sondern nach Spanien. Da reist der eine oder andere von uns sogar freiwillig hin. Wir finden es befremdlich, dass der Gemeinderat einen rechtsstaatlichen Vollzug in Frage stellen soll.“► Fritz Kuhn (Grüne) “Unsere Ausländerbehörde hat in der Sache richtig entschieden und hatte keinen Spielraum. Wir haben in Deutschland die Rechtslage, dass abgeschoben werden kann und muss. Abschieben ist im Einzelfall nicht schön”.

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Neue Projektgruppe startet: Begleitung bei Abschiebung / im Asylverfahren

Mitglieder unseres Freundeskreises, insbesondere aus dem Frauencafé, erlebten erste Abschiebungen von Bewohnern aus dem Neckarpark mit und begleiteten die Menschen vor ihrer Abschiebung und nachts während ihrer letzten Stunden in Deutschland. Erstes Ziel dieser neuen Projektgruppe soll sein,  die Menschen in diesen schweren Momenten nicht allein zu lassen, insbesondere weil das Auftreten der Polizei-Einsatzkräfte zuletzt als nicht sonderlich sensibel erlebt wurde. Durch Begleitung und Beistand kann dies gelindert werden, es kann und soll durch Freundeskreismitglieder deeskaliert, und dem Vorgang etwas mehr Menschlichkeit verliehen werden.
Weitere Hilfsansätze können sein: Die Vernetzung mit ähnlichen Arbeitsgruppen aus benachbarten Flüchtlings-Freundeskreisen zum Erfahrungsaustausch, eventuelle gemeinsame Statements (offene Briefe, Eingaben, Pressemitteilungen, etc.), der Aufbau eines wirksamen Anwalts-Netzwerkes für die Anfechtung bereits gefällter Urteile, usw. Es gibt auch Überlegungen, in einer geeigneten Form politisch aktiv zu werden.
Für Uschi Bames vom Frauencafé ist das eine Herzensangelegenheit und sie würde sich über weitere Unterstützer/innen sehr freuen! Interessierte werden gebeten, sich direkt bei ihr zu melden:

FreundeskreisNeckarpark-Begleitung@outlook.de