Volleybälle für den Neckarpark

Wenn der Ball erst mal ins Rollen kommt

Von Henrike Wiemker

Dass eine Handvoll deutscher, junger Menschen den Hof der Flüchtlingsunterkunft im Neckarpark betritt, kommt nicht jeden Tag vor. An einem Mittwoch im Juni taten genau das aber einige der noch frisch gefirmten Jugendlichen aus der Liebfrauen-Gemeinde. Im Gepäck hatten sie ein Volleyball-Netz und einen Sack voller neuer Bälle. Das alles konnten sie als Geschenk an die Unterkunft und ihre Bewohner übergeben. Um zu erklären, wie es dazu kam, muss man ein wenig ausholen.

Zur Firmvorbereitung gehören für gewöhnlich Gruppenstunden, einige große Treffen, aber auch ein besonderes Projekt. Angelehnt an das biblische Gleichnis vom Herrn, der Talente an seine Diener verteilt und sie damit wirtschaften lässt, sollten auch die Firmlinge etwas aus ihren Talenten machen. Um nicht rein auf immaterielles Können angewiesen zu sein, gab es ein kleines Startbudget von der Gemeinde, dann war die Kreativität der Gruppe gefragt. Die Gruppe, um die es hier geht, beschloss, sich für die Flüchtlinge einzusetzen, die in Bad Cannstatt leben. Erster Teil des Projektes war eine Bastelaktion: Zusammen mit gut zwanzig Flüchtlings-Kindern bastelten die Firmlinge im Frühjahr Oster-Windlichter. Schon das war ein großer Erfolg, Kinder wie Jugendliche hatten sichtlich ihren Spaß.

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Doch die Geschichte geht weiter: Die Windlichter wurden nach einer Sonntagsmesse zum Kauf angeboten. Das Startbudget, das am Anfang in Bastelmaterial investiert worden war, hatte sich hier schon vervierfacht. Zusätzlich gab es einige Spenden, sodass ein ordentliches Volleyballnetz und nicht nur einer, sondern gleich zehn Bälle drin waren.

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Von einem Netz, das im Schrank liegt, hat jedoch niemand etwas. An jenem Mittwoch im Juni bauten die Firmlinge deshalb das Netz gleich im Innenhof der Unterkunft auf und starteten eine Partie Volleyball, mit allen die Lust hatten. Von Kindern, denen der Ball bis zum Knie reicht, bis hin zu gestandenen Männern waren das eine ganze Menge Leute.

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Als nach drei Stunden das Netz für die Nacht weggeräumt werden sollte, hätten einige am liebsten immer noch weiter gespielt. Das musste warten bis zum nächsten Tag. Von da an steht dem gemeinsamen Volleyball-Spaß nichts mehr im Weg.

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