Alle Beiträge von Andreas W.

Offener Brief

Ehrenamtlich Engagierte in der Flüchtlingsarbeit fordern einen respektvollen Umgang mit den Menschen, die in Stuttgart Zuflucht gesucht haben.

In Stuttgart leben derzeit über 9 000 geflüchtete Menschen in städtischen Unterkünften. Davon stammen 40 % aus der Ukraine, 13 % aus Syrien, 9 % aus Afghanistan und 7% aus dem Irak. (Stand Herbst 2023) Insgesamt sind 60 Nationalitäten in den Unterkünften vertreten. Die Versorgung und Integration von Geflüchteten ist sicher eine große, aber nicht unlösbare Aufgabe.
Und sehr viel wurde in den vergangenen Jahren schon geleistet – von der Stadtverwaltung, Sozialverbänden und SozialarbeiterInnen, von der Stadtgesellschaft. Aus den Freundeskreisen gibt es viele eindrucksvolle Beispiele von geflüchteten Menschen, die für sich und ihre Familie eine positive Zukunftsperspektive entwickelt haben. Sie haben die deutsche Sprache erlernt, haben im Rahmen der VABO (Vorbereitung auf Ausbildung und Beruf ohne
Deutschkenntnisse) den Hauptschulabschluss gemacht, um anschließend eine Berufsausbildung beginnen zu können. Sie arbeiten jetzt im Handwerk, in der Pflege, in der Logistik und anderen erlernten Berufen. Einige haben Abitur gemacht, studieren oder haben ein Studium abgeschlossen. Dies unter beengten und schwierigen Bedingungen, weil sie oft noch in den Flüchtlingsunterkünften leben. Auch die Kinder und Jugendlichen tragen zur Gemeinschaft bei, jetzt und in Zukunft, indem sie einen Schulabschluss und Ausbildung machen. Wir meinen auch Menschen, die nicht erwerbstätig sein können, haben unseren Respekt und unsere Unterstützung verdient.

Auch wir wissen: wo es Menschen gibt, gibt es Konflikte. Wir wehren uns aber gegen die ablehnende Stimmung gegenüber Geflüchteten, die u.a. von OB Nopper und Teilen der CDU geschürt wird.

Die Geflüchteten werden für Probleme verantwortlich gemacht wie:
– Das Fehlen von bezahlbarem Wohnraum
– Das Fehlen von Plätzen und Personal in Kitas und Schulen
– Die Überlastung in der Ausländerbehörde

Dies alles ist aber das Ergebnis von mindestens 20 Jahren Sparpolitik in der Verwaltung. Wir fordern die Stadtverwaltung auf, kurz- und langfristige Maßnahmen zu ergreifen und auch umzusetzen, damit diese Probleme gelöst werden können.
Wir in den Freundeskreisen für Flüchtlinge setzen uns weiter dafür ein, die Chancen in den Menschen zu sehen und nicht (nur) die Probleme und Belastungen. Als Ehrenamtliche leisten wir dazu gerne weiter unseren Beitrag in Zusammenarbeit mit allen Beteiligten. Nicht die Arbeit mit den Geflüchteten belastet uns, sondern die Schwerfälligkeit und Mängel in Behörden, Gerichten, die Defizite im Schulwesen, auf dem Wohnungsmarkt u.a.
Systematisierte und beschleunigte Abläufe, keine unnötigen Schleifen zwischen den Ämtern, Beseitigung der Arbeitsverbote für Flüchtlinge wären hilfreich für die Stimmung und Motivation von
allen, konstruktive Lösungen zu finden.

Initiative von Ehrenamtlichen aus der Flüchtlingsarbeit

Download: Offener Brief Ehrenamtliche

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des AK Asyl:  https://www.ak-asyl-stuttgart.de/

Aktueller Newsletter Stadt Stuttgart

Beiliegend der aktuelle Newsletter für Bürgerschaftlich Engagierte in der Flüchtlingsarbeit vom 14.02.2024 zum Download.
In der neuen Ausgabe finden Sie Infos über die Quartiersentwicklung, Schulungen zum Thema Asylrecht, Ausbildungs- und Praktikumsmöglichkeiten und diverse Freizeitangebote.

Newsletter 14.02.2024

Archiv aller Newsletter-Ausgaben:

07.02.2024 / 31.01.2024 / 24.01.2024 / 17.01.2024 / 10.01.2024 / 20.12.2023 / 13.12.2023 / 06.12.2023 / 29.11.2023 / 22.11.2023 / 15.11.2023 / 08.11.202325.10.2023 / 18.10.2023 / 11.10.2023 / 04.10.2023 / 20.09.2023 / 27.09.2023 / 13.09.202306.09.2023 / 23.08.2023 / 09.08.2023 / 26.07.2023 / 19.07.2023 / 12.07.2023

“Just human”

N e w s l e t t e r     

Eine obdachlose Frau mit ihrem Kind / einfaches Hotelzimmer als erste Nothilfe

Oft sind geflüchtete Menschen in Athen ohne Obdach, ohne Schutz. Wenn wir helfen können, mieten wir manchmal zunächst ein Hotelzimmer, um sie schnellstmöglich in Sicherheit zu bringen. In unseren letzten Newslettern haben wir schon um Spenden gebeten, um diese Nothilfe und den längerfristigen Schutz möglich zu machen. Nun hat eine Freundin gefragt: “Wie ist das denn, wenn Ihr in Griechenland Hotelzimmer für Geflüchtete mietet? Und wenn die Menschen wieder ausziehen müssen? Gibt es da nicht Probleme?”

Meist mietet unser Team in Athen das Zimmer in einem sehr günstigen und dabei gleichzeitig sehr sauberen Hotel mitten in Athen. Die Angestellten dort sind immer sehr freundlich zu ihren Gästen. Weil unsere Caseworker*innen beim Einchecken dabei sind und weil die Rechnungen von just human bezahlt werden, haben sie sich erkundigt, was die Organisation just human ist und was wir machen. Und seit sie wissen, was für eine Organisation wir sind, bekommen wir meist Rabatt. Abhängig davon, wie lange die Gäste im Hotel bleiben, kostet eine Nacht für just human manchmal statt 30 € nur 25 € oder 2 Nächte statt 60 € nur 45 €.

Sachspenden von Athener Geschäften im Büro von just humanVielen Menschen in Griechenland ist bewusst, dass die Menschenrechtsverletzungen dort zu manchmal lebensbedrohlichen Situationen für Geflüchtete führen. Durch ihr Engagement, Sachspenden und vielfältige Hilfestellungen unterstützen sie das Engagement von Organisationen, die sich für Geflüchtete einsetzen. In unserem Athener Büro können Geflüchtete neue Kleidung, Windeln und Hygieneartikel bekommen, die  von Athener Geschäftsleuten gespendet werden.

Das große Problem ist, dass wir für Menschen in Not nur ein Hotel mieten können, wenn wir sicher sind, auch im Anschluss helfen zu können. Helfen können heißt Schutz bei einer anderen Organisation vermitteln, Aufnahme in einer unserer Schutzwohnungen oder Übernahme von Mietzahlungen für ein anderes Zimmer, Nothilfe, medizinische Versorgung ermöglichen, evtl. Rechtshilfe, Bildungsangebote… Helfen können heißt nicht: ein Zimmer für eine Nacht. Die Menschen, für die just human ein Hotelzimmer mietet, sind erleichtert, erschöpft und voller Hoffnung. Denn sie haben damit die Zusage von uns, dass wir an ihrer Seite bleiben, bis die Notsituation bewältigt ist, bis sie in Sicherheit die nächsten Schritte gehen können. Deshalb sind sie nicht verzweifelt, wenn Sie ausziehen müssen.
Verzweifelt sind Menschen, die in extremer Not zu uns kommen und die nirgends Hilfe finden. Menschen, denen auch wir nicht helfen können. Menschen hungern, frieren und verzweifeln, werden geschlagen, getreten und sexuell ausgebeutet. Das ist das Problem. Und wir können nicht helfen, weil wir nicht genug Geld haben.

Wandzeichnung in Athen

Spenden willkommen! Unser Spendenkonto:

just human
IBAN: DE45 6012 0500 0007 7692 00
BIC: BFSWDE33STG

oder Online Spenden:

Spenden – just human

https://www.just-human.de/

Neue Webvideo-Reihe: #wirstattDesinformation

Die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb hat die neue Webvideo-Reihe #wirstattDesinformation veröffentlicht.

Diese soll falschen und manipulierten Inhalten entgegenwirken, die sich gegen in Deutschland lebende ukrainische Geflüchtete richten. Die vierteilige Videoreihe ist Teil des Projektes “Narrative über den Krieg Russlands gegen die Ukraine” (NUK) und wird im Auftrag der bpb vom Institute for Strategic Dialogue gGmbH produziert.Ziel des Projekts ist es, mit Erklärvideos vor allem innerhalb russisch- und arabischsprachiger Communities in Deutschland Desinformationen zu bekämpfen und über Techniken und Taktiken zu informieren, mit denen Falschinformationen verbreitet werden. Dafür werden fortlaufend Narrative auf Deutsch, Russisch und Arabisch analysiert, die in den Sozialen Medien geteilt werden. Die Ergebnisse werden für die Videos zielgruppengerecht aufbereitet.Das erste Video “Krieg, Flucht und Falschmeldungen: #wirstattDesinformation 1” dient als Einführung in das Thema sowie die Webvideo-Reihe und soll darüber aufklären, wie im Kontext des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine Desinformationen genutzt werden und sich vor allem auch gegen Geflüchtete aus der Ukraine richten.Die Aufklärungsvideos werden im Laufe des Jahres 2023 fortlaufend auf bpb.de sowie auf Sozialen Medien veröffentlicht und in deutscher, russischer sowie arabischer Sprache mit jeweils entsprechender Untertitelung abrufbar sein. Mehr zum Projekt finden Sie unter: www.bpb.de/nuk

Überblick

Mitglieder unseres Freundeskreises erlebten erste Abschiebungen von Bewohnern aus dem Neckarpark mit und begleiteten die Menschen vor ihrer Abschiebung und nachts während ihrer letzten Stunden in Deutschland.

Auf Grund dieser Erfahrungen wurde die Projektgruppe Begleitung gegründet.

Unsere Schwerpunkte sind:

  • Beratung von Flüchtlingen, wenn ihr Antrag abgelehnt ist ( Hilfe um Amtsbriefe zu verstehen und Fristen einzuhalten, Hilfe bei der Suche nach einem Anwalt, eventuell Aufbau eines Rechtshilfefonds)
  • Begleitung bei der Abschiebung. Dazu gehört, dass man versucht, für die Geflüchteten bei einer Abschiebung erreichbar zu sein und bei der Polizeiaktion anwesend zu sein, insbesondere weil das Auftreten der Polizei-Einsatzkräfte zuletzt als nicht sonderlich sensibel erlebt wurde.
  • Sehr wichtig ist uns die politische Dimension der Flüchtlingsarbeit. In den Sitzungen gibt es Referate zu flüchtlingspolitischen Themen wie Dublinabkommen, Situation in Griechenland und Italien, Seenotrettung, sichere Herkunftsländer, Ankunftszentren, neue Gesetze, Bleiberecht, Familiennachzug usw. Anschließend wird heiß diskutiert.
  • Beteiligung an Aktionen. Wir haben zusammen mit Menschen aus anderen Stuttgarter Freundeskeisen Veranstaltungen organisiert gegen Abschiebungen nach Afghanistan, die erhöhten Nutzungsgebühren der Stadt Stuttgart, Unterschriften gesammelt, zum Tag der Menschenrechte an einer Veranstaltung im Lindenmuseum teilgenommen

Diese Gruppe besteht nicht nur aus Mitgliedern des Freundeskreises Neckarpark, zu uns gehören auch Menschen aus anderen Freundeskreisen und Gruppen oder einfach Menschen, die sich für Flüchtlingspolitik interessieren.

Die Gruppe trifft sich alle 2 Monate meist am 3. Donnerstag des Monats. Die aktuellen Termine werden auf der Website des Freundeskreises Neckarpark bekannt gegeben.

Wir freuen uns immer über weitere Unterstützer/innen . Interessierte werden gebeten, sich direkt bei der  Projektgruppe Begleitung zu melden:

FreundeskreisNeckarpark-Begleitung@outlook.de

Überblick

Die Kurse finden zum Teil in der Unterkunft im Neckarpark, zum Teil in den Räumlichkeiten des AK Veielbrunnen/des Jugendamts Stuttgart auf der Morlockstr. 18 (kleines Haus vor dem Stadtarchiv) statt:

Kurs zweimal wöchentlich:

  • montags und mittwochs jeweils von 10.00 – 12.00 Uhr, Morlockstr. 18:  Vorraussetzung  A1, Wiederholung grammatische Basics, Sprechtraining

In allen Kursen findet team-teaching statt, so dass bei Bedarf auch Einzelbetreuung möglich ist.
Sie suchen stets Verstärkung und weitere Mithelfer für die Sprachkurse: FreundeskreisNeckarpark-Sprachkurse@outlook.de .

Unabhängig davon gibt es einen stetigen Bedarf dafür, den erwachsenen Bewohnern die deutsche Sprache näherzubringen. Denkbar sind vielfältige Formen, wie zum Beispiel auch Sprachtandems. Hierbei steht der persönliche Kontakt und das lockere Gespräch im Vordergrund. Daher ist diese Form der Untersützung besonders für Ehrenamtliche ohne besondere pädagogische Ausbildung geeignet. Wenn Sie etwas von Ihren Deutschkenntnissen weitergeben möchten – empfehlen wir die Möglichkeit eines Sprachtandems! Kommen Sie hierzu einfach zum nächsten Termin zu einer unverbindlichen Kontaktaufnahme vorbei.
Besteht ein Sprachtandem länger, und werden die Deutschkenntnisse besser, wünschen sich viele Flüchtlinge eine sinnvolle Beschäftigung. Auch hier können Sie als Tandempartner helfen, z.B. beim Erstellen eines Praktikums- / Jobgesuchs. Als kleines Hilfsangebot hierzu empfehlen wir einen Blick in unsere Werkzeugkiste .

Überblick

Frau Bames und ihr Team organisieren seit längerem diese Begegnungsmöglichkeit für interessierte Frauen aus dem Neckarpark und der Unterkunft in der Mercedesstr. 25.

Die ca. 8-10 Frauen haben hier die Gelegenheit, auf lockere Weise miteinander ins Gespräch zu kommen, sich austauschen zu können, und das ein oder andere Wort Deutsch zu sprechen.

Dieses Angebot gibt es jeden Montag von 14 – 16 Uhr im Gemeinschaftsraum der Mercedesstr. 25.

Ehrenamtliche, die bereit sind mitzuhelfen, werden gebeten, sich direkt an Frau Bames zu wenden:

FreundeskreisNeckarpark-Frauencafe@outlook.de

Überblick

Fahrräder sind eine wichtige Möglichkeit für die Bewohner im Neckarpark, schnell die weite Strecke von der Unterkunft zur Arbeit, zur Schule oder den Einkaufsmöglichkeiten zu gelangen. Aus diesem Grund ermöglichen wir es seit Ende 2016, für die Bewohner einen regelmäßigen Reparaturservice in der Unterkunft im Neckarpark und im Liebfrauenheim anzubieten.

       

Dabei werden auch gespendete Fahrräder aus der Bevölkerung restauriert und an die Bewohner ausgegeben. Die Notwendigkeit von Reparaturen sind nach wie vor ungebrochen. Den Service erbringen ehrenamtliche Helfer in der Regel 2 x wöchentlich.
Jeder, der Spaß am Basteln und Instandsetzen hat, ist herzlich willkommen, das Team zu verstärken!
Bei Interesse bitte unter FreundeskreisNeckarpark-Fahrradwerkstatt@outlook.de melden!
Bitte beachten Sie auch unsere aktuellen Spendengesuche!

Der genaue Standort der Werkstatt kann der Skizze entnommen werden: